Die Druckwerkstatt in Eisingen







Bereits seit 15 Jahren ergänzt in der Grundschule von Eisingen das Drucken die Methodenvielfalt von der ersten Klasse an.
 

 
Im Laufe der Jahre wurde 
rings um diese ausrangierte Druckmaschine 
in der Grundschule Eisingen
eine richtige kleine Druckwerkstatt eingerichtet, 
in der unter der Aufsicht von Dr. Klier 
zahlreiche Schülertexte gesetzt und vervielfältigt werden. 
Bereits im ersten Schuljahr werden die Texte, 
die die Kinder im Leselernprozess nach Reichen produzieren 
zu einem großen Teil auch gesetzt und gedruckt.
Das Setzen der Druckvorlage:
Der Autor des Textes ist auch im Druckvorgang der „Chef“ für seinen Text. Er nimmt sich drei andere Kinder zu Hilfe,die ihm während des gesamten Prozesses des Setzens, des Druckens und des wieder Einsortierens der Lettern helfen.
Wenn der Autor seinen Text zum Drucken freigegeben hat und sich seine Mitarbeiter gefunden haben, setzen die Kinder Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort den Text aus den Lettern zusammen. Jeder Helfer bekommt vom "Chef" sein Wort aus dem Textverlauf zugeteilt.
Dieses Wort gilt es nun auswendig zu behalten und sich Form und Aufbau genau einzuprägen. Es immer wieder lautierend vor sich her sagend baut nun jeder Helfer sein Wort Buchstabe für Buchstabe vor einem kleinen Spiegel auf, indem er sich die einzelnen Lettern schon in der richtigen Reihenfolge zusammensucht. Die Lettern sind hierzu in kleinen Kästchen in der Reihenfolge des ABC aufgestellt.
Es gilt die strenge Regel, dass eine Letter erst dann aus einem Kasten geholt werden darf, wenn sie im Aufbau des Wortes an der Reihe ist. 

!! Es ist also nicht erlaubt zuerst alle nötigen Lettern auszusuchen und dann mit dem Zusammensetzen des Wortes zu beginnen, da das Wiedererkennen der einzelnen, spiegelverkehrten Lettern selbst einem geübten Leser große Schwierigkeiten bereiten kann !!

 
Ist ein Wort fertig aufgebaut, wird es dem „Chef“ übergeben, der die Einzelwörter wieder zu seinem Text zusammensetzt und die Druckvorlage vor einem Spiegel kontrolliert. Wenn die Druckvorlage soweit fertiggestellt ist, beginnt der eigentliche Prozess des Druckens.
Das Drucken der Textvorlagen
Beim eigentlichen Druckvorgang arbeiten wieder vier Kinder zusammen.
Die Druckpresse ist von Hr. Dr. Klier bereits soweit vorbereitet, dass gleich mit dem Drucken begonnen werden kann.
Ein Kind legt sorgfältig das Papier ein, 
ein zweites kurbelt die mit Papier bespannte Walze über die eingefärbte Druckvorlage, 
ein drittes Kind entnimmt das bedruckte Papier und gibt es dem vierten Mitarbeiter, 
der die fertigen Exemplare an einer Klammerleiste zum Trocknen aufhängt.
 
Diese Klammerleiste ist durchnummeriert von 1-100. Nach einer festgelegten Anzahl von fertiggestellten Drucken tauschen die Kinder reihum ihre Plätze so, dass jedes Kind mindestens einmal auf jedem Arbeitsplatz gearbeitet hat.

Daraus ergeben sich rings um den Druckvorgang völlig selbstverständlich zahlreiche Rechensituationen im Zahlenraum bis Hundert. Mit der Aufreihung der fertigen Exemplare an der Zahlenreihe und den regelmäßigen Wechseln ergänzen die Kinder laufend unweigerlich bis zur nächsten Zehnerzahl oder bis zur Hundert und rechnen und üben somit ständig im Zahlenraum bis Hundert

Ist der Druckvorgang abgeschlossen, werden die Druckvorlagen wie beim Setzen der Texte wieder abgebaut und die einzelnen Lettern zurücksortiert. Wieder nach dem gleichen Prinzip: Wort für Wort, Letter für Letter, vom Anfang zum Ende, um so ein Chaos in den Letterkästen weitgehend zu vermeiden.
Zur Zeit arbeiten die Schüler der Grundschule an einem Buch, das in einer Auflage von 100 Exemplaren gedruckt werden soll. Es enthält Texte, die von Schülern der ersten Klasse geschrieben, gesetzt und gedruckt wurden und mit farbigen Linoleumdrucken der 3. und 4. Klassen illustriert sind.
Die gesamte Idee des Druckens geht letzten Endes zurück auf Celestin Freinet, der das Drucken in der Schule als erster in der Geschichte der Pädagogik eingeführt und publik gemacht hat.

Zurück